kaugummi entfernen

Kaugummi entfernen – 10 Verfahren im Vergleich

Martin Kaugummi entfernen, Oldtimer, Trockeneisreinigung, Trockeneisstrahlen, US Cars

Süß, lecker und erfrischend im Mund – zäh, klebrig und schwer zu entfernen vom Auto. Die Rede ist von Kaugummi. Kaugummi zu beseitigen, ist wirklich keine angenehme Aufgabe. Vor allem, wenn es dabei um so sensible Untergründe wie Autopolster, Teppiche im Auto oder gar den Autolack geht. Wir haben für Sie ein paar Methoden zur Kaugummi-Entfernung herausgesucht.

Kaugummi am Auto: Worauf muss man achten?

Bei Kaugummi handelt es sich um eine Masse mit einer komplexen Zusammensetzung. Neben Zucker beziehungsweise Zuckerersatzstoffen und geschmacksgebenden Inhaltsstoffen, wie beispielsweise Pfefferminzöl oder Fruchtauszügen, basieren Kaugummis in erster Linie auf einer Kaumasse. Bedenkt man, dass man sich die Kaugummis in den Mund steckt, hört es sich nahezu erschreckend an: Aber diese Masse enthält primär Substanzen aus der Petrochemie, das heißt, Produkte aus Erdgas oder Erdöl. Kein Wunder also, dass es so schwierig ist, die Kaugummis wieder abzubekommen, wenn sie erst einmal irgendwo kleben.

Wir kennen sie alle: Die runden, gräulichen Flecken, die in den Innenstädten und Bahnhöfen den Boden zieren. Viele Städte haben schon reagiert und verhängen Bußgelder, wenn sie jemanden dabei erwischen, Kaugummi einfach auszuspucken. Denn die Beseitigung dieser Kaugummis mithilfe spezieller Reinigungsverfahren kostet die Städte ein Vermögen.

Autobesitzer trifft es besonders hart. Es passiert, ehe man sich versieht. Man tritt auf der Straße unbemerkt in einen Kaugummi, setzt sich wieder ans Steuer und – zack – schon ist die klebrige Masse an der Fußmatte. Eine andere Szene: Die Kleinen spielen hinten vergnügt auf der Rückbank. Wie viel Spaß es doch macht, die süßen Kaugummis auf die Polster zu schmieren! Am ärgerlichsten ist es vielleicht, wenn ein Jugendlicher im Wahn des Vandalismus einfach mal einen Kaugummi auf dem glänzenden Lack unseres Autos verteilt.

Dann heißt es: Kaugummi entfernen. Aber wie? Denn schließlich sind die Materialien unseres Autos empfindlich und wir möchten sie natürlich so schonend wie möglich behandeln. Von aggressiven Verfahren, die oft für gewöhnlichen Boden aus Stein gewählt werden, sollte am Auto abgesehen werden. Beinahe offensichtlich ist, dass für die unterschiedlichen Materialien im und am Auto auch verschiedene Methoden der Kaugummientfernung in Betracht kommen. Wir haben die Verfahren danach aufgeteilt, ob sie außerhalb oder innerhalb des Autos anwendbar sind.

Innen

Weißweinessig

Bevor man den Kaugummi mit Weißweinessig behandelt, sollte man berücksichtigen, dass sich diese Methode auf keinen Fall für Leder eignet. Wer jedoch einen Autositz beziehungsweise Teppich im Auto aus Stoff oder PVC besitzt, der kann warmen Weißweinessig mit einem Tuch auf den Kaugummi geben. Der Kaugummi saugt sich mit dem Essig voll und löst sich vom Stoff, indem er sich aufrollt.

Kaugummientferner für Textilien

Bekannte Firmen für Fleckentferner bieten auch Produkte an, mit denen sich Kaugummi entfernen lässt. Hierbei soll man einfach nur ein bisschen des Mittels auf den Kaugummi geben und abwarten, bis der Kaugummi krümelig wird. Anschließend kann man ihn per Hand ablösen. Lesen Sie sich in jedem Fall vorab die Herstellerhinweise durch, um zu überprüfen, ob sich das Mittel auch für Ihre Autositze oder Teppiche eignet.

Herausbürsten

Diese Methode ist nicht für den kompletten Kaugummi gedacht, sondern für Reste, die sich durch andere Methoden nicht beseitigen ließen. Man sollte hierfür eine Lauge aus Spülmittel, Weißweinessig und Wasser herstellen, eine Zahn- oder Nagelbürste hineintauchen und die Kaugummireste herausbürsten. Sie sollten allerdings nur Textilien behandeln und ausgesprochen vorsichtig vorgehen, damit Sie den Stoff nicht versehentlich beschädigen.

Klebeband

Auch diese Methode ist ausschließlich für Kaugummireste gedacht, die beim Ablösen des Kaugummis mit anderen Methoden übriggeblieben sind. Man nimmt einfach ein Stückchen Klebeband und drückt dies auf die Überbleibsel des Kaugummis. Dabei darf man aber nicht zu viel Druck anwenden, um den Kaugummi nicht versehentlich noch tiefer in den Stoff hinein zu reiben. Im Vergleich zum Herausbürsten besitzt diese Methode den Vorteil, dass sie auch für Ledersitze geeignet ist. Allerdings sind die Erfolgsquoten relativ gering.

Außen

Chemische Lösungs- oder Reinigungsmittel für Autos

Im Handel sind spezielle Lösungsmittel von verschiedenen Marken erhältlich, die so zusammengesetzt sind, dass sie dem Lack nicht schaden.

Ein Tipp, den man in Expertenforen findet, ist das bekannte Mittel WD-40. Sehr effektiv zeigen sich auch Insekten- und Teerentferner, die speziell für die Reinigung von Autos gedacht sind. Hierzu muss man das Lösungsmittel auf ein Papiertaschentuch oder einen Wattebausch geben und diese etwa eine Minute fest auf den Kaugummi pressen. Anschließend kann man versuchen, den Kaugummi vorsichtig abzuwischen. Sollte man bemerken, dass der Kaugummi Fäden zieht und sich über den Lack verteilt, gilt das Experiment als gescheitert. In diesem Fall sollte man den Versuch stoppen, bevor man die Schmiererei noch verschlimmert.

Ein weiterer Nachteil dieser chemischen Mittel ist, dass sie in der Regel nicht besonders umweltfreundlich sind und auch der Gesundheit des Anwenders schaden können.

Kaugummientferner

Professionelle Reinigungsfirmen verwenden Reiniger, die speziell für die Entfernung von Kaugummi entwickelt wurden. Einige dieser chemischen Mittel sind auch für die Anwendung auf Autos geeignet. Die Funktionsweise der speziellen Entferner für Kaugummi variiert von Produkt zu Produkt. Allerdings werden die meisten Reiniger nicht für die private Handhabung empfohlen, sodass man Spezialisten beauftragen muss, die den Kaugummi entfernen.

Innen und außen

Natürliche Öle oder Fette

In mehreren Ratgebern liest man den Tipp, dass man mithilfe von Ölen und Fetten Kaugummi entfernen kann. Hierzu soll man den Kaugummi so lange mit den fettigen Substanzen einreiben, bis er sich löst. Empfohlen werden hierfür vor allem Erdnussöl, Butter oder Eukalyptusöl. Die Methode ist allerdings nur bedingt für das Innere von Autos geeignet, wie zum Beispiel für Leder- oder PVC-Sitze. Auf Textilien droht die Gefahr von Fettflecken.

Eiswürfel

Sehr gut lässt sich Kaugummi entfernen, wenn man ihn zuvor mit Kälte konfrontiert hat. Bei Textilien hat sich diese Methode besonders bewährt. Handelt es sich um ein T-Shirt oder einen Pullover, dann können Sie die Kleidungsstücke einfach in die Tiefkühltruhe oder in das Tiefkühlfach Ihres Kühlschranks legen. Aber was, wenn sich der Kaugummi in den Polstern Ihrer Rückbank befindet? Oder gar an Ihrer Motorhaube? Die können Sie wohl unmöglich in Ihre Kühlmöbel verfrachten.

Eine alternative, jedoch nicht ganz so effiziente Methode ist das Auflegen von Eiswürfeln, die zuvor in eine Plastiktüte gepackt werden. Mit der Tüte verhindern Sie, dass das Schmelzwasser auf Ihre Autositze oder Fußmatten läuft.

Durch das Verfahren wird der Kaugummi dank der Kälteeinwirkung spröde und lässt sich anschließend mit der Rückseite eines Messers oder einem Plastikspachtel abkratzen. Man sollte hierbei äußerst vorsichtig vorgehen, um Löcher im Stoff oder Kratzer im Lack zu vermeiden.

Auf Textilien bleibt in der Regel ein dunkler Fleck zurück, der sich mit einem Mittel zur Reinigung für Polster oder mit gewöhnlichem Waschmittel aus dem Teppich im Auto beseitigen lässt. Problematisch ist bei der Eiswürfel-Methode, dass Sie nur schwer Kaugummi entfernen können, der tief in das Gewebe eingedrungen ist.

Vereisungsspray oder Eisspray

Auf dem gleichen Wirkprinzip wie die Gefriertruhe oder die Eiswürfel basiert auch das Vereisungsspray. Allerdings hat das Spray den Vorteil, dass es in Sekundenschnelle wirkt. Prinzipiell wird Eisspray in Foren für die Anwendung auf Autositzen und am Autolack empfohlen. Dennoch ist es ratsam, zuerst an einer unauffälligen Stelle zu überprüfen, ob das Vereisungsspray keine Spuren hinterlässt. Wenn Sie sich davon überzeugt haben, können Sie das Spray einfach auf den Kaugummi sprühen und abwarten, bis dieser hart und brüchig wird. Danach wird ähnlich vorgegangen, wie bereits oben beschrieben. Denken Sie wieder daran, bei dem Entfernen des eingefrorenen Kaugummis vom Lack oder von den Autositzen sehr vorsichtig sein, damit es keine Kratzer oder Löcher gibt. Mit einem Messer rutscht man leider viel zu schnell mal ab.

Trockeneisstrahlen

Auch Trockeneisstrahlen setzen auf das Kälteprinzip. Allerdings kommen beim professionellen Einsatz Trockeneispellets aus gepresstem Co2 zum Einsatz, die mit einer Temperatur von minus 78 Grad auf den Kaugummi treffen. Dieser gefriert sofort. Da das gefrorene Co2 sofort von einem festen in einen gasförmigen Zustand übergeht, platzt der Kaugummi regelrecht auf. Das Auftreffen weiterer Strahlen trägt zusätzlich dazu bei, dass der Kaugummi förmlich weggesprengt wird. Im Gegensatz zu anderen Verfahren können die Trockeneisstrahlen Kaugummi aus tiefer liegenden Fasern lösen. Weder der Autositz, noch der Lack oder die Fußmatten werden durch das schonende Verfahren beschädigt.

Für die Entfernung eines einzelnen Kaugummis benötigt ein Fachmann nur wenige Augenblicke. Die Trockeneisreinigung von Kaugummis gilt als überaus umweltfreundlich, da keinerlei Chemikalien eingesetzt werden. Auch das Co2 ist lediglich ein Abfallprodukt aus der Industrie, sodass keine zusätzliche Belastung entsteht. Der einzige Nachteil des Verfahrens: Im Vergleich zu anderen Methoden ist das Trockeneisverfahren nicht das günstigste. Dafür geben Sie freilich die Verantwortung auch in die Hände von Fachmännern.

Fazit

Methoden, mit denen man vom Auto einen Kaugummi entfernen kann, gibt es viele. Inwiefern sie auch wirklich erfolgsversprechend sind, zeigen die zahlreichen Tipps für den Fall, dass nach der Entfernung noch Kaugummireste übrigbleiben. Bei chemischen Reinigern sollte man immer im Blick behalten, inwiefern man seiner eigenen Gesundheit und der Umwelt mit den Mitteln schadet. Selbstverständlich ist es bei natürlichen Hausmitteln wie Weißweinessig, Eiswürfeln oder Ölen einen Versuch wert. Allerdings sollte man immer die Folgekosten bedenken, falls etwas schiefgeht.

Die Motorhaube neu zu lackieren oder die Rückbank neu zu beziehen, sind sicherlich kostspieliger als die Entscheidung, die Aufgabe gleich einem Fachmann zu überlassen, der mit dem schonenden Trockeneisverfahren den Kaugummi entfernen kann.

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